Andrea's Adventkalender 2013
Nicki's Abenteuer - Eine Bärengeschichte

 

pictureFolge 1

Guten Tag zusammen, darf ich mich vorstellen?

Ich bin der Nicki. Ich wohne bei der Familie Martin in Passy. Das ist der 16. Bezirk von Paris, hier heißt es allerdings "arrondissemente". Meine beste Freundin ist Marie-Noel. Ich darf in ihrem Zimmer wohnen und wenn ich dort beim Fenster hinausschaue sehe ich den Eiffelturm. Marie-Noel nimmt mich auch fast immer mit, wenn sie fortgeht. Nur zur Schule darf ich nicht, da muß ich daheim bleiben und auf sie warten. Seit letztem Dezember bin ich aber gar nicht mehr so wild auf´s Fortgehen. Ich sag´s Euch, da sind mir Sachen passiert, die glaubt Ihr mir nie. Wollt Ihr meine Geschichte lesen? Dann schaut doch morgen wieder vorbei. In den nächsten Tagen, werde ich von meinen Abenteuern erzählen. Ich wünsche Euch allen einen schönen Tag.

 

pictureFolge 2

Voriges Jahr, zu Beginn des Advent, sind wir, das sind Marie-Noel, ihre Mama und ich, einkaufen gegangen. Wir waren schon Stunden unterwegs und ich hatte mittlerweile riesengroßen Hunger. Nur noch rasch zum Bäcker um fürs Abendessen ein paar Baguette einzukaufen und dann ab nach Hause, versprach Marie-Noels Mama. In der Bäckerei hat es so gut gerochen, nach Brot und Croissant und Keksen, und mein Hunger ist immer größer geworden. Marie-Noels Mama hat noch mit der Verkäuferin geplaudert und ich habe in der Auslage die Kekse und Torten gesehen. Die wollte ich mir genauer anschauen und bin in das Schaufenster geklettert. Ganz vorsichtig, damit niemand es bemerkt, habe ich mich über die Kekse hergemacht. In der Schüssel fällt das sicher niemandem auf, wenn zwei oder drei Stück fehlen, dachte ich mir. Auf einmal höre ich, wie Marie-Noel und ihre Mutter, "au revoir" sagen und schon waren sie bei der Türe draußen......

 

pictureFolge 3

..."Hey, wartet auf mich, nehmt mich mit" hab ich den Beiden hinterhergerufen. Aber sie haben mich nicht gehört und ich war ganz traurig. Viele Leute sind an diesem Nachmittag noch in die Bäckerei gekommen und alle habe ich um Hilfe gebeten, aber keiner hat mich auch nur bemerkt. Wenn ich doch nur einen von ihnen gekannt hätte, aber das waren lauter Fremde und alle hatten es furchtbar eilig. Nicht einmal die Verkäuferin hat mich gesehen. Nur ein Gutes hatte die Sache, ich konnte so viele Kekse naschen, wie ich wollte und keiner hat es bemerkt. Trotzdem wollte ich doch wieder zurück zu meiner Marie-Noel und so bin ich ganz traurig in einem Winkel gesessen und habe sogar ein bisschen geweint, als die Verkäuferin am Abend das Geschäft geschlossen hat. Ich hatte doch so gehofft, dass Marie-Noel bemerkt, dass sie mich hier verloren hat...

 

pictureFolge 4

Irgendwann bin ich offenbar eingeschlafen, denn plötzlich hat mich etwas geweckt. Es hat so gut gerochen und im Nebenzimmer war ein riesiger Lärm. Ich habe mich zur Türe geschlichen und um die Ecke geschaut. Da waren ein paar Leute gerade dabei die Torten und Baguettes und Criossants für den nächsten Tag zu backen. Auch Kekse habe ich gesehen. Als dann einer der Bäcker an der Türe vorbeigelaufen ist, hat er das Mehl vom Boden aufgewirbelt und plötzlich war ich ganz eingestaubt. Ich musste ganz fürchterlich niesen. Wenn da schon so viel Betrieb ist, kann es ja nicht mehr lange dauern, bis das Geschäft wieder geöffnet wird, habe ich mir gedacht. Aber es war doch noch so finster draußen. Und wirklich, es hat noch Stunden gedauert, bis die Verkäuferin endlich das Geschäft aufgesperrt hat und die ersten Kunden gekommen sind. Ich war so müde und bin immer wieder eingeschlafen. Beinahe hätte ich dann meine Rettung verpasst. Das, aber, erzähle ich Euch morgen.

 

pictureFolge 5

Also, am Vormittag ist plötzlich die Türe aufgegangen und ein kalter Luftzug hat mich aufgeweckt. Da ist endlich eine Frau hereingekommen, die ich gekannt habe. Es war die Mama von Christine, Marie-Noels Freundin. Das ist die Gelegenheit, hab ich mir gedacht. Christine kennt mich und wenn mich ihre Mama mit nach Hause nimmt, wird mich Christine sicher zu Marie-Noel bringen. Also bin ich in den Einkaufskorb geklettert und habe mit Christines Mama die Bäckerei verlassen. Allerdings sind wir nicht gleich nach Hause gegangen, sondern haben noch einen Umweg gemacht. Was da passiert ist erfahrt Ihr morgen.

 

pictureFolge 6

Christines Mama ist in ein Hutgeschäft gegangen, da sie einen passenden Hut für Ihr neues Kleid bestellt hatte und den wollte sie abholen. Das war spannend in diesem Geschäft, sag ich Euch. Da waren so viele bunte Hüte in den schönsten Farben. Ob mir so etwas steht? Also habe ich den einen oder anderen Hut ausprobiert, aber am besten, fand ich, hat mir die Weihnachtsmannmütze gepaßt. Gerade wollte ich wieder in den Korb zurückhüpfen, die Mütze habe ich aufbehalten, als ich gesehen habe, wie sich die Türe geschlossen hat und Christines Mama weggegangen ist. Jetzt war ich schon wieder hier zurückgeblieben.....

 

pictureFolge 7

Da bin ich nun gesessen, und habe nachgedacht. Erst habe ich mir überlegt, ich warte einfach bis wieder jemand kommt, den ich kenne, aber es sind kaum Leute ins Geschäft gekommen und so habe ich mir etwas anderes überlegen müssen. Plötzlich ist der Briefträger hereingekommen, und da ist mir eingefallen, dass er ja auch Post zu Marie-Noels Familie bringen muß. Deshalb bin ich schnell in seine Tasche geklettert und habe mir gedacht, wenn er dann die Post bei mir daheim abliefert, springe ich einfach aus der Tasche und setze mich vor die Wohnungstüre, wo Marie-Noel oder ihre Eltern mich finden. Ich habe wirklich gehofft, dass ich noch in dieser Nacht wieder in meinem kuscheligen Bett schlafen werde.

Dass das natürlich viel zu einfach wäre, könnt ihr Euch ja denken. Aber das erzähle ich Euch erst morgen

 

pictureFolge 8

Leider war das Hutgeschäft seine letzte Station an diesem Tag und so ist der Briefträger zurück zum Postamt gegangen. Wieder nichts mit einer Nacht in meinem weichen, warmen Bett bei Marie-Noel. Langsam habe ich Angst gehabt, dass ich nie wieder heimkomme. Als es dann ruhig geworden ist im Postamt, bin ich zwischen die Pakete geklettert, ich war ja so müde von den vielen Aufregungen der letzten Tage. Morgen werde ich mir etwas überlegen, habe ich mir noch gedacht, und dann bin ich eingeschlafen.

Ja, und was ich mir da so überlegt habe, erzähle ich Euch am 9. Dezember.

 

pictureFolge 9

Am nächsten Morgen, bin ich aufgewacht, von dem Lärm, den die Angestellten machten, die die Pakete sortiert haben. Vor Weihnachten werden immer besonders viele Packerl verschickt, und es müssen die Leute, die hier arbeiten sehr früh anfangen, damit alles rechtzeitig zum Weihnachtsfest ankommt. Ich bin also so zwischen den Päckchen gesessen und habe zugeschaut, wie hier gearbeitet wurde, als ich plötzlich auf einem Paket den Namen Marie-Noel gelesen habe. Das ist vielleicht ein Glück, hab ich mir gedacht, da verschicke ich mich doch selbst und komme so, ganz schnell, nach Hause. Ich habe also das Packerl vorsichtig aufgemacht und bin hineingeklettert. Es ist ganz schön eng gewesen da drinnen, aber das hat mir nichts ausgemacht. Ich wollte ja so schnell wie möglich heim, also hat es ruhig ein bisschen unbequem sein dürfen.

Die Fortsetzung könnt Ihr morgen lesen.

 

pictureFolge 10

Wie wichtig es ist, den Familiennamen und die genaue Adresse zu kennen, erfahrt Ihr heute.

Nachdem mein Paket auf einen Lastwagen geladen war, ist es auch gleich losgegangen. Ich habe ja nicht gesehen, wo wir hingefahren sind, aber die Fahrt hat nicht lange gedauert. Beim Abladen habe ich schon so eigenartige Geräusche und Durchsagen gehört, habe mir aber gedacht ich müsste eigentlich gleich zu Hause sein, doch dann wurde ich wieder in einen Wagen geladen und da habe ich gehört wie, jemand gesagt hat: "Sollen alle diese Pakete nach Lyon?" Wie bitte? Nach Lyon? Wo ist den das? Von dort finde ich doch nie mehr nach Hause. Gibt es in Lyon auch eine Marie-Noel? An so etwas habe ich einfach nicht gedacht. Schnell habe ich mich aus dem Paket befreit und bin im letzten Moment aus dem Zug gesprungen, bevor die Türen geschlossen wurden. Aber wo bin ich denn jetzt? Und wo soll ich hingehen?

Diese Fragen werden wir morgen weiterbehandeln.

 

pictureFolge 11

Jetzt steh ich da und überlege wie es weitergehen soll. Ich bin völlig ratlos. Um mich herum laufen so viele Menschen und keiner beachtet mich. "Will mir denn niemand helfen? Kann mir irgendwer sagen wo ich bin und in welche Richtung ich gehen soll?" So viele Fragen sind mir durch den Kopf gegangen, aber niemand hat mir eine Antwort gegeben. Also bin ich halt einfach losgegangen und habe gehofft, dass ich bald in eine Gegend komme, wo ich mich auskenne. Immerhin war ich mit Marie-Noel ja schon oft unterwegs. Doch wo ich auch hingeschaut habe, alles war fremd und ich bin immer trauriger geworden. Schließlich habe ich mich einfach auf eine Bank gesetzt und geweint. Aber ewig konnte ich nicht dort sitzen bleiben, denn es war kalt und ich musste mir einen Schlafplatz für die Nacht suchen.

 

pictureFolge 12

Also, wie ich da so gesessen bin und nachgedacht habe, wo ich denn einen warmen Platz zum Schlafen finden könnte, ist mir eingefallen, dass es in Paris ganz viele Metrostationen gibt. Dort ist es sicherlich ganz warm. Also bin ich losmarschiert, immer hinter den Leuten her und nach ein paar Minuten hab ich tatsächlich eine U-Bahnstation gefunden. Aber dort habe ich noch etwas gefunden. Da ist ein Bärenmädchen gesessen und hat ganz fürchterlich geweint. Ich bin zu ihr hingelaufen, denn sie war ganz aufgelöst. "Hallo, ich bin der Nicki und versuche schon seit ein paar Tagen wieder nach Hause zu kommen." "Hallo, ich heiße Susette," hat sie geschluchzt. "Ich bin aus dem Rucksack von Pauline gefallen, als sie dem Bus nachgelaufen ist. Jetzt sitze ich hier und weiß nicht, wie ich nach Hause kommen soll." Wir haben noch ein bisschen geplaudert, bis Susette sich so halbwegs beruhigt hatte. Dann haben wir beschlossen, in der Metrostation zu übernachten und am nächsten Tag zu überlegen, wie es weitergehen soll. Solange müsst Ihr also auch noch warten.

 

pictureFolge 13

Als wir in der Früh aufgewacht sind, haben wir beschlossen einfach ein Stück weiter zu gehen. Wir sind an einem Bistro vorbeigekommen, wo gerade ein paar Touristen gefrühstückt haben. Da wir sehr hungrig waren haben wir ein bisschen gewartet und tatsächlich sind bald ein paar Leute aufgestanden und gegangen. Da haben wir uns über die Reste, die sie übrig gelassen haben, hergemacht. Nachdem wir uns die Bäuche vollgeschlagen hatten, sind wir weitergewandert. Wir haben eine Brücke über die Seine überquert und sind wir auf einen Platz gekommen, wo ein großes Gebäude gestanden ist. Auf dem Schild ist "Hotel de Ville" gestanden. Also das ist das Rathaus, davon hatten wir schon gehört und davor war ein Eislaufplatz. Eine Weile haben wir die Leute beobachtet. "Das scheint richtig Spaß zu machen", hat Susette gesagt. "Sollen wir es auch mal versuchen?" Also sind wir aufs Eis gegangen. Das war vielleicht glatt, aber mit der Zeit hatten wir den Trick heraußen und es war echt lustig. Zum ersten Mal seit vielen Tagen, hatte ich so richtig Spaß. Nur mit der Zeit wurde es sehr kalt in den Pfoten.

 

pictureFolge 14

Nachdem Susette und ich eiskalte Pfoten hatten, von der Eislauferei, haben wir etwas gesucht um uns aufzuwärmen. Da war ein Stand wo aus einem Topf Rauch aufgestiegen ist. Und gerochen hat es auch toll, nach Orangen und Gewürzen. Nachdem keiner da war haben wir uns einfach selbst bedient. Das hat gut geschmeckt und warm gemacht hat es auch. Als der Besitzer wieder aufgetaucht ist sind wir schnell verschwunden. Doch dann ist er zwischendurch wieder kurz weggegangen, und wir haben uns ein zweites Häferl* genehmigt. Unsere Laune ist plötzlich viel besser geworden und wir hatten sehr viel Spaß. Aber dann sind wir wahnsinnig schnell müde geworden und haben uns in der Hütte in einem dunklen Winkel verkrochen und sind bald eingeschlafen.

 

pictureFolge 15

Als wir aufgewacht sind, hatten wir beide fürchterliche Kopfschmerzen. Außerdem konnten wir uns nur ganz langsam bewegen, weil sich sonst alles um uns gedreht hat. Der Geruch von dem Punsch war auch nicht so prickelnd. Also sind wir ganz schnell von dort abgehauen. Aber weit sind wir nicht gekommen. Bei der nächsten Ecke haben wir uns wieder hingesetzt und sind offenbar wieder eingeschlafen. Da kam eine Frau vorbei und hat uns mitgenommen. Sie hatte ein Schuhgeschäft, wo sie uns in die Auslage gesetzt hat mit einem Schild "Bären gefunden". Aber der Geruch von Leder und Schuhcreme hat uns auch nicht gefallen, also haben wir eine Gelegenheit gesucht um wieder zu verschwinden. Wie? Das erzähle ich Euch morgen.

 

pictureFolge 16

Das Schuhgeschäft war zwar nicht ganz das wo wir länger bleiben wollten, aber zumindest ein Platz zum Aufwärmen. Also haben wir erst einmal dort übernachtet. Am nächsten Tag sind viele Leute ins Geschäft gekommen, und wir haben uns ein Mädchen ausgesucht, das nett ausgesehen hat. Zu ihr sind wir in den Korb geklettert. Das hat ja schon früher funktioniert, also warum nicht jetzt? Vielleicht würde sie uns ja ein Stück mitnehmen, und wir kommen doch noch nach Hause. Aber das Mädchen ist mit ihrer Großmutter auf den Christkindlmarkt gegangen. Dort war vielleicht was los und wir wollten uns das Getümmel doch genauer ansehen. Eigentlich wollte ich ja nicht mehr so neugierig sein, aber manchmal kann ich halt nicht anders. Als wir an einem Weihnachtsbaum vorbeigegangen sind, sind wir einfach in die Äste gesprungen. Dort hatte wir erst einmal einen netten Überblick über den Markt. Aber das hat unsere Neugierde noch nicht befriedigt. Und das erzähle ich Euch morgen.

 

pictureFolge 17

Ganz in der Nähe unseres Platzes im Baum ist ein wunderbarer süßer Geruch vorbeigezogen. Immer der Nase nach, haben wir kurzerhand beschlossen, und so sind wir an einem Stand angekommen, wo Bienenwachskerzen und Honig verkauft wurden. "So ein Glas Honig wäre jetzt großartig" hat Susette geseufzt. Also habe ich einen Moment abgewartet, an dem der Verkäufer nicht hergesehen hat und bin schnell in den Stand geschlüpft. Fast hätte er mich erwischt, aber ich habe es geschafft mich schnell im Schatten zu verstecken. Als er sich wieder umgedreht hatte, habe ich schnell ein Glas geschnappt. Da hab ich gesehen wie die Türe gerade zufällt. Jetzt aber schnell und ich habe es gerade noch rechtzeitig geschafft bevor die Tür mit einem Krach eingeschnappt ist. Puhh, das ist ja gerade noch einmal gutgegangen. Susette hat sich so gefreut, dass sie ihren Honig bekommen hat, es war aber auch der beste Honig, den wir je gegessen hatten.

 

pictureFolge 18

Nach dem vielen Honig, hätten wir gerne etwas pikantes gegessen. Also sind wir herumgestreunt, immer der Nase nach. Da hat es so gut nach Elsässer Flammkuchen gerochen, das ist so etwas ähnliches wie Pizza, den wollten wir auch unbedingt probieren, aber wie kommen wir an der Verkäuferin vorbei?
Da ist uns der Zufall zu Hilfe gekommen. Die Verkäuferin ist zum Nachbarstand gegangen um mit dem anderen Standbesitzer zu plaudern. Hmmmm dieser Flammkuchen war richtig klasse. Wir sind mit unserer Beute zu einer Bank gewandert um dort gemütlich zu essen. Da habe ich ihn gesehen, den Eiffelturm. "Dort müssen wir hin", habe ich zu Susette gesagt. "Dort in der Nähe wohne ich."

 

pictureFolge 19

Also nachdem wir unseren Flammkuchen aufgegessen hatten, sind losmarschiert, Richtung Eiffelturm. Aber mit unseren kurzen Beinchen sind wir nur sehr langsam vorangekommen. Plötzlich kam so ein Moped der Straßenreinigung daher und hätte uns fast mit seinem Saugrüssel eingesaugt. Aber dann hatte ich die Idee: "Komm schnell Susette, der nimmt uns ein Stück mit."
So sind wir dann sehr schnell weitergekommen und waren nach einer halben Stunde beim Eiffelturm.

 

pictureFolge 20

Als wir beim Eiffelturm angekommen waren, habe ich mich erst einmal ein bisschen umgesehen. Ich hatte gehofft, dass mir die Gegend bekannt vorkommen würde, aber eigentlich waren so viele Leute dort und ich habe nichts als Beine gesehen. Wir mussten uns schnell etwas einfallen lassen. Da hat Susette eine Idee: "Wenn Du von Deinem Zimmer aus den Eiffelturm sehen kannst, muß man doch auch vom Eiffelturm aus, Dein Zimmer sehen, oder nicht?" Na klar, also nichts wie hinauf. Wir haben uns zwischen den Leuten durchgedrängt und sind mit dem nächsten Lift auf die 2. Plattform gefahren. Das ist ganz schön eng gewesen, zwischen den ganzen Leuten. Allerdings war die zweite Plattform so hoch oben, dass wir die Häuser nur ganz klein gesehen haben. Und windig war es auch. "Mir ist so kalt auf den Ohren", hat Susette gejammert. Da habe ich ihr meine Weihnachtsmannmütze aus dem Hutgeschäft geborgt. Damit ist es ihr gleich viel besser gegangen. "Wir müssen auf die untere Etage", hab ich gesagt, "da sehen wir sicher besser." Und wirklich, die Aussicht war richtig gut und die Häuser haben wir auch gut gesehen. Aber welches ist denn das richtige?

 

pictureFolge 21

Wir sind da also auf dem Eiffelturm gewesen, aber so einfach war das nicht das richtige Haus zu finden. Und dann habe ich den Arc de Triomphe, den Triumphbogen, gefunden. "Irgendwo zwischen hier und dem Triumphbogen, da wohne ich!" hab ich gerufen. Susette hat sich erst auch gefreut, aber dann ist ihr eingefallen, dass sie dann wieder ganz alleine ist, wenn ich wieder bei meiner Familie bin. Aber das ist ja gar nicht in Frage gekommen. "Marie-Noel kann uns sicher helfen, Deine Pauline zu finden, und wenn nicht, dann bleibst Du halt bei uns." Hab ich sie getröstet.

Also sind wir vom Turm heruntergefahren und haben uns noch kurz umgesehen. Dann sind wir losgegangen, hoffentlich in die richtige Richtung. Aber das erfahrt Ihr morgen.

 

pictureFolge 22

Susette und ich sind losgegangen und haben wirklich die richtige Straße gefunden. Ich habe viele Häuser wiedererkannt und da war es auch schon, das Haus, in dem ich mit Marie-Noel wohne. Aber wie sollten wir da hineinkommen? Es war schon ziemlich spät abends und sehr finster. Erst einmal haben wir gewartet ob nicht jemand herauskommt oder hineingeht, aber es kam niemand. In der Zwischenzeit hat es angefangen zu schneien und es war richtig eiskalt. Wir mussten uns einen halbwegs trockenen Platz zum Übernachten suchen. Also sind wir die Straße hinauf und hinunter gewandert und haben dann einen leeren Lebkuchen-Karton gefunden. Den haben wir in den Hauseingang geschoben, und sind druntergeklettert. So nahe am Ziel und trotzdem soweit weg von einem warmen kuscheligen Bett. Es blieb uns also nichts anderes übrig bis zum nächsten Tag auszuhalten.

 

pictureFolge 23

Aufgewacht bin ich dann von einer Stimme, die mir ziemlich bekannt vorgekommen ist. Ich habe gehört wie Marie-Noel in Tränen aufgelöst gesagt hat: "Aber ich will keinen neuen Teddy, ich will meinen Nicki zurück." Es ist einen Tag vor Weihnachten gewesen und ich habe gewusst, dass Marie-Noel nach der Schule zu ihrer Großmutter gehen soll, damit Père Noel, der Weihnachtsmann, daheim alles in Ruhe vorbereiten kann für das große Weihnachtsfest. Leider haben wir uns nicht rechtzeitig aus dem Karton befreien können, und so haben wir noch weiter warten müssen, bis wieder jemand bei der Türe herauskommt. Als sich das Haustor wieder geöffnet hat, sind Susette und ich schnell hineingehuscht. Beim Lift haben wir gewartet. Ich wollte warten bis jemand kommt, der in den 5. Stock muß, weil dort wohne ich, aber ich kann selbst die Knöpfe nicht erreichen. Da ist auf einmal ein Mann mit rotem Anzug und weißem Bart aufgetaucht. Er hat uns aufgehoben und gesagt: "Nanu, wen haben wir denn da? Ist das nicht der kleine Nicki und seine kleine Freundin Susette? Ich bin sicher das wird das schönste Weihnachtsfest für 2 kleine Mädchen.

 

Folge 24

Offenbar war das Père Noel, der uns gefunden hat und der uns nach Hause bringen wollte. Er ist mit uns in den 5. Stock gefahren und ist ganz entschlossen auf die Nachbartüre zugegangen. "Halt, ich wohne nebenan!" hab ich gerufen. "Ja ich weiß," lacht der Weihnachtsmann, "aber Pauline wohnt seit 2 Wochen hier und wir wollen doch Susette auch daheim abliefern, oder nicht?" Das war vielleicht eine Überraschung, da konnte ich Susette auch in Zukunft treffen, und ich hab schon Angst gehabt, dass wir uns nie wieder sehen werden. "Marie-Noel und Pauline haben sich schon angefreundet" fuhr der Weihnachtsmann fort, "und ich bin sicher, Nicki, dass Du Susette oft sehen wirst."

Als dann am Abend Marie-Noel nach Hause gekommen ist, habe ich mich unter dem Weihnachtsbaum ganz ruhig verhalten. Ich habe einfach gewartet. Die Kerzen am Baum haben gebrannt und das ganze Zimmer war festlich geschmückt. Es hat nach gebratener Gans gerochen und es war richtig schön warm im Zimmer. Ich habe es kaum erwarten können bis endlich die Türe aufgegangen ist und Marie-Noel hereingestürmt gekommen ist. Sie hat mich sofort entdeckt, ist zu mir hergelaufen und hat mich in die Arme genommen. Da war es auf einmal gar nicht mehr schlimm, dass sie die anderen Geschenke, wie in Frankreich üblich, erst am nächsten Morgen aufmachen hat dürfen.

Plötzlich hat es an der Türe geläutet. Pauline ist gekommen um Marie-Noel zu sagen, dass sie total glücklich ist, dass Ihre Susette wieder da ist.
Seit diesem Tag treffen Marie-Noel, Pauline, Susette und ich uns fast jeden Tag. Susette und ich passen aber besonders auf, dass wir nicht mehr verloren gehen.

Ich wünsche Euch allen

JOYEUX FÊTE, FROHE WEIHNACHTEN

Euer
Nicki

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